«Im Laufe der Jahre habe ich den Titel bevorzugt. Ich mag seine Fundiertheit, sie verweist zurück auf meine frühe Liebe für die Skulptur von Michelangelo, Rodin und Henry Moore beispielsweise. Sehr früh schon aber habe ich mich von dem Modell solcher einzelnen skulpturalen Volumina zugunsten einer Skulptur gelöst, die weniger ein Ding an sich wurde und mehr eine diffuse Schnittstelle zwischen mir, meiner Umgebung und anderen, die diese Umgebung bevölkern; errichtet aus dünnen Linien, die ausreichend Raum liessen, um sich durch sie hindurch und in ihr herum zu bewegen. Noch Skulptur, wenn auch weniger dicht, mit einer Ambivalenz zwischen Aussenraum und Innenraum. Eine Zeichnung, die man bewohnen kann.»
Fred Sandback, 1998. Englisch in 'Here and Now: F.Sandback, Leeds, 1999. Deutsch in F.S. Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz, 2005.
Nie war etwas Pose, was Fred Sandback (1943-2003) gesagt oder geschrieben hat. Er versuchte, so präzise und klar wie möglich das zu formulieren, was mit Worten gesagt werden kann. Und wenn er den klassischen Terminus «Skulptur» für seine Werke verwendet, so hat dies gute Gründe. Der Begriff, so wie er in der Kunstgeschichte gebraucht wird, verdeutlicht, welche der traditionellen Attribute in Freds Arbeiten vorhanden sind und welche abhanden gekommen sind. Gerade das was als Verlust verbucht werden könnte, steht für die grosse Leistung des Künstlers, welche die Konventionen und Vereinbarungen übersteigt, die Verbindung zum historischen Inventar aber nicht aufkündigt. Anstatt determinierte Ansprüche zu affirmieren oder zu negieren eröffnen diese Arbeiten ein Spiel mit Ambivalenzen, das notwendigerweise neue Verhaltensweisen, andere und selbstgesetzte Spielverfahren erfordert, um das Unbestimmte in Bestimmtes zu überführen. So sind beispielsweise die Form, die Farbe und die Abmessungen des künstlerischen Gegenstandes erst aus der konkreten Situation, aus den vorliegenden Umständen heraus zu definieren.
Das Erneuerbare – die Skulptur – erfordert Erfindungen und Entscheidungen, aus denen ein anderes, zwingendes Ensemble von Bedingungen der Möglichkeiten künstlerischer Arbeit resultiert, dem sich der Künstler gleichsam ausliefert.
Form, Material und Raum sind so zueinander in Beziehung gesetzt, dass die interdependenten Elemente als ein komplexes Ganzes in Erscheinung treten. Der Werkstoff der Skulpturen, das Acrylgarn, ist zwar präsent, fällt aber wortwörtlich kaum ins Gewicht. Die jeweils vorgefundene architektonische Situation wird Teil der Arbeit und sie ist deren Voraussetzung.
Seit 1971 fanden in den Räumen der Annemarie Verna Galerie elf Einzelausstellungen von Fred Sandback statt. Die Mehrzahl der Ausstellungen hat der Künstler selbst aufgebaut, so auch 1996 und 2000 in den gegenwärtigen Räumlichkeiten an der Neptunstrasse 42. Diese besondere Hinterlassenschaft, die als Erinnerungen, als Eindrücke und starke Erfahrungen bei uns und bei anderen verblieben ist, soll auch in dieser Präsentation mit Skulpturen und Zeichnungen aus dem Nachlass spürbar sein. Unser Dank geht an Amy Baker Sandback. Sie hat die Arbeiten für diese Ausstellung ausgewählt und die Installation der Werke überwacht.
Gianfranco Verna

Installation view Raum 4

Skizzenbuch

Installation view Raum 3

Untitled (Sculptural Study,
Eight-part Horizontal Corner Construction)
ca. 1972/2007
342.9 x 348 x 165 cm
red and black acrylic yarn
FLS2541

Untitled (Sculptural Study,
Eight-part Horizontal Corner Construction)
ca. 1972/2007
342.9 x 348 x 165 cm
red and black acrylic yarn
FLS2541

Untitled (Sculptural Study,
Eight-part Horizontal Corner Construction)
ca. 1972/2007
342.9 x 348 x 165 cm
red and black acrylic yarn
FLS2541

Untitled (Sculptural Study,
Eight-part Horizontal Corner Construction)
ca. 1972/2007
342.9 x 348 x 165 cm
red and black acrylic yarn
FLS2541

Untitled (Triangular Corner Construction)
1991
208 x 182 x 90 cm
white acrylic yarn
FLS2187

Untitled (Triangular Corner Construction)
1991
208 x 182 x 90 cm
white acrylic yarn
FLS2187

Untitled (Triangular Corner Construction)
1991
208 x 182 x 90 cm
white acrylic yarn
FLS2187

Untitled (Cut Drawing)
1993
27.9 x 35.6 cm / 11 x 14 "
incised grey board
FLS0608

Untitled (Cut Drawing)
1995
27.9 x 35.6 cm / 11 x 14 "
incised board
FLS0613

Untitled
1991
24.1 x 30.5 cm / 9.5 x 12 "
pastel on mylar
FLS0331

Untitled
1990
21.6 x 27.9 cm / 8.5 x 11 "
pastel on vellum
FLS0204

Untitled
1991
204.5 x 241 cm
light blue acrylic yarn
FLS8524

Untitled
1982
33.9 x 24 cm / 13 x 9.5 "
grey pastel on sketchbook paper
FLS0868

Untitled
1982
33.9 x 24 cm / 13 x 9.5 "
grey pastel on sketchbook paper
FLS0867

Untitled
1991
24.1 x 30.5 cm / 9.5 x 12 "
colored pencil on vellum
FLS0050

Untitled (Sculptural Study,
Four part Vertical Construction)
ca. 2000/2007
floor to ceiling x 334 cm
red acrylic yarn
FLS2592

Untitled (Sculptural Study,
Four part Vertical Construction)
ca. 2000/2007
floor to ceiling x 334 cm
red acrylic yarn
FLS2592

Untitled (Sculptural Study,
Four part Vertical Construction)
ca. 2000/2007
floor to ceiling x 334 cm
red acrylic yarn
FLS2592

Untitled
1994
25.4 x 39.4 cm / 10 x 15.5 "
graphite, pastel on museum board
FLS0056

Untitled
1990
21.6 x 27.9 cm / 8.5 x 11 ″
pastel and pencil on yellow paper
FLS0236

Untitled (Cut Drawing)
1994
38.1 x 50.8 cm / 15 x 20 ″
incised illustration board
FLS0023

Untitled
2000
21.6 x 27.9 cm / 8.5 x 11 ″
pastel pencil and pencil on yellow paper
FLS0182
Ree Morton
Selected Works 1968 – 1972
21. Juni bis 10. Juli 2010
Glen Rubsamen
Take All The Time You Need
Verlag für moderne Kunst Nürnberg
Rita McBride «Previously», Kunstmuseum Winterthur,
13. Juni – 5. September 2010
«Che Fare?» Arte povera, Kunstmuseum Liechtenstein,
Vaduz, 7. Mai – 5. September 2010
Art 41 Basel, 16. – 20. Juni 2010, unsere Galerie finden Sie in:
Halle 2.0, Stand E5
Art Unlimited: Glen Rubsamen «Fever Dreams»
16. November 2008 – 2033
Sol LeWitt –
A Wall Drawing Retrospective
Yale University Art Gallery und Williams College Museum of Art