ANDREAS CHRISTEN, Open Space
Dem Raum weist der Künstler und Gestalter Andreas Christen, geboren 1936, einen primären Stellenwert zu. Räumlichkeit erscheint ihm als eine Realität erster Ordnung. Gegenstände entfalten sich im Raum, den sie akzentuieren und vermessen. Vom Menschen gemachte Gegenstände repräsentieren die kulturellen Leistungen, die die Welt bewohnbar machen. Kunstwerke und Gebrauchsgegenstände beanspruchen und deuten den Lebensraum. Andreas Christen hat die fundamentale Bedeutung des Raumes zum Ausgangspunkt seines Schaffens und seiner Reflexionen gemacht. Zuweilen bezeichnet er seine Werke als das Rüstzeug, um über Raum zu diskutieren.
Diese Arbeiten greifen in das Kontinuum räumlicher Erfahrung ein, das gleichsam unterbrochen und strukturiert wird. Isoliert und begrenzt werden räumliche Eigenschaften thematisiert. Die Wahrnehmung als unbewusster Vorgang tritt ins Bewusstsein des Betrachters. Bedingungen räumlichen Wahrnehmens werden anschaulich. Das Objekt umschliesst kein Volumen und ebensowenig schliesst es Raum aus. Es verweigert sich allen weiteren Projektionen und Sinnzuweisungen.
Seit gut zehn Jahren verwendet der Künstler als Material seiner Werke MDF-Platten. Die Einzelteile werden zusammengefügt und bleiben so als Fläche autonom. Die sich durchkreuzenden Ebenen bilden Linien, die nicht illusionistische Flächenteilungen sind, sondern reale Faktoren eines ganzheitlichen räumlichen und formalen Geschehens. Die fertigen Objekte sind geschliffen und weiss gespritzt, so dass ihre Materialität zugunsten eines einheitlichen visuellen Eindrucks zurücktritt. Lichtbedingte Abschattungen definieren die geneigten Flächen deutlich und werden als Basisbedingungen räumlichen Sehens evident.
Der Neigungswinkel der Flächen, deren formale Gliederung und Repetition sowie die Grösse der Einzelteile und deren Verhältnis zum ganzen Objekt sind wichtige Gestaltungsmittel. Dazu kommt in den letzten Jahren der Einsatz der Begrenzung des Objektes zur Artikulierung der unendlichen Ausdehnung des Raumes. Die Begrenzung ist oft als Fragment bestimmt, als Ausschnitt einer übergreifenden Struktur. Oder aber der Beschnitt folgt der Quadratstruktur eines Werkes und lässt den umgebenden Raum an Randzonen in das Objekt eingreifen. Das Ineinandergreifen von formaler Binnenorganisation und Umraum verweist so auf die virtuelle Fortsetzung der Struktur im unendlichen Raum.
Sowohl für den Künstler wie für den Produktgestalter Andreas Christen gibt es unhintergehbare Leitlinien und Axiome. Ethik und Ästhetik bedingen sich gegenseitig und funktionieren wechselseitig als Korrektiv. Genauso ist ein ausgeglichenes und verpflichtendes Verhältnis von Individuum und Kollektiv Grundlage akzeptabler gesellschaftlicher Lebensumstände. Im besten Fall kann der Künstler und der Gestalter an solchen Schnittstellen Wichtiges bewirken und anstossen.
Diese Ausstellung ist die achte Einzelpräsentation von Werken von Andreas Christen bei Annemarie und Gianfranco Verna. 1994 erarbeitete Dr. Dieter Schwarz für das Kunstmuseum Winterthur eine Retrospektive, welche anschliessend vom Fonds Régional d’Art Contemporain de Bourgogne, Dijon, dem Musée des Beaux-Arts, La Chaux-de-Fonds und dem Josef Albers Museum, Quadrat, Bottrop, gezeigt wurde (Katalog).
Agnes Martin – The Nineties and Beyond. Menil Collection, Houston,
1. Februar bis 26. Mai 2002. Katalog. Zum neunzigsten Geburtstag.
James Bishop / Richard Tuttle
9. September bis 6. November 2026
Richard Tuttle
Complete Interviews 1970–2022
Editiert und mit einem einführenden Interview von Dieter Schwarz
Glen Rubsamen
The Petrified Forest
Herausgeber: Glen Rubsamen
INSIGHT – ARTWORKS IN THE SPOTLIGHT #2 , Malereien auf Papier von James Bishop präseniert vier ausgewählte Papierarbeiten von James Bishop. Entstanden zwischen 1956 und ca. 1993, geben sie einen gültigen Einblick in ein künstlerisches Werk, das geprägt ist durch das Insistieren auf der Malerei.
Giulio Paolini A.R.S. Scaenica, Teatro Franco Parenti, Milan , permanente Installation
Giorgio Griffa Paths in the Forest, The Clark Art Institute, Williamstown (MA), bis 12. Oktober 2026
Agnes Martin Painting is not making paintings, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Rita McBride LO·CO·MO·TIV, two person show with Sophie Tottie, Lokstallet Konsthallen, Strömstad, bis 27. September 2026
Abstract Constructions, Nassos Daphnis - Rita McBride, Fondation CAB, Saint-Paul-de-Vence, FR, bis 25. Oktober 2026
Richard Tuttle | Giulio Paolini | Marisa Merz | Mario Merz
Long Story Short, Museum Brandhorst, München, bis Januar 2027
Marisa Merz La danza delle ore, Gallery of Modern and Contemporary Art (GAM), Turin; Fondazione Merz, Turin; Castello di Rivoli, Rivoli, 29. Oktober 2026 bis 4. April 2027
Fred Sandback Cuts into Spaces (group show), Hall Art Foundation, Kunstmuseum Schloss Derneburg, ongoing
Negativa, Metropol Kunstraum, München, 24. September bis 16. Dezember 2026
Richard Tuttle Almost Sky, mit Jun Aoki, Tokyo Opera City Art Gallery, Tokyo, 18. Juli bis 23. September 2026
Half-Light, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Sol LeWitt (1928–2007)
Open Structure, Amoreacific Museum of Art, Seoul, bis 28. Februar 2027
A Wall Drawing Retrospective, Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art, 16. November 2008 – 2033