Joseph Egan (* 15. April 1952 Scranton, Pennsylvania, USA)
Local Color
Es ist der Künstler, der die Entscheidung trifft, welchen Stellenwert er der Ausstellung und insbesondere seiner aktuellen Ausstellung zuordnen will.
Für Joseph Egan ist jede Ausstellung ein signifikantes Ereignis. Und deshalb sind Vorbereitung und Einrichtung, oder genauer gesagt die Komposition der Ausstellung ein eigener kreativer Prozess. Die Ausstellung erweist sich als Möglichkeit, mehr und anderes sichtbar zu machen, als all das, was bei der Kontemplation des einzelnen Werkes in Erscheinung tritt. Nennen wir es Kontext oder Kontinuität, auf jeden Fall vermittelt die Ausstellung dem Betrachter eine Erfahrung, die sich nachhaltig mit jedem Werk verbindet.
Selbstverständlich soll die Vollständigkeit des Einzelwerkes weder abgewertet noch in Frage gestellt werden, denn Joseph Egan arbeitet nicht in Serien, die unabdingbar die einzelne Arbeit in ein Ganzes einbinden und die Werkreihe zum Verständnis des Einzelwerkes beiträgt. Ebenso wenig gilt sein Interesse der Entwicklung eines Stils, der Einheit suggeriert. Vielmehr gestaltet die Ausstellung Dialoge und Bezüge ästhetischer und räumlicher Natur und es ist ein wichtiges Charakteristikum unseres Wahrnehmungsflusses, dass alle Objekte, übrigens auch jene unseres Alltags in ein grösseres Feld integriert werden und unsere Vorstellungswelt in dieser Weise ausgestattet und bereichert wird.
Joseph Egan mag es, einzelne Werke und die Werkgruppen zu benennen. Seit vielen Jahren sind es zudem Ausstellungstitel, die diesbezügliche wichtige Manifestationen begleiten. Die schönen Wortschöpfungen oder Wortkonstellationen können gewissermassen als Annäherung aufgefasst werden, als Andeutung von Sinn, der im sinnlich erfahrbaren Objekt vielfältige Verkörperung erfährt. Dass die Wortbilder eine Atmosphäre evozieren, die in der Erinnerung für das Gesehene einen stimmigen Ort besetzt ist unbestritten:
«A Place to Paint Further» – «Wander Way» – «Some Sing» – «Paint to Colour» – «Rain on the roof» – «Voices» – «across the board» – «Colorcomb» und nunmehr «Local Color».
Die feinen Sprachkombinationen lassen sich mit einem klangvollen Buchtitel vergleichen, dem Titel eines Bandes von Erzählungen, oder besser von Gedichten. Auf jeden Fall verhält es sich doch so, dass das was der Dichter mit Sprache unternimmt und zustande bringt, oftmals vom Maler mit seinen Mitteln bewerkstelligt wird. Für Joseph Egan ist die Farbe die Quelle von Inspiration und von Assoziationen, sie enthält einen starken Bezug zur sichtbaren Wirklichkeit. Mittels der Farbe als Werkstoff gelingt die Verknüpfung von Vorstellungen und Projektionen, die gerade in den Bildobjekten gleichsam exemplifiziert werden. Bei den Arbeiten auf Papier und den Leinwänden transformiert der Auftrag von Farbe den Bildträger in eine tiefe und dichte Oberfläche.
Farbe kann einerseits als Idee verstanden werden, als präzise Definition von Farbtönen und Farbwerten. Dies wäre eine sozusagen begriffliche Abspaltung und Isolierung, fern von der allgegenwärtigen Anwesenheit der Farbe in der Lebenswelt. Letzteres aber, diese tagtägliche Anwesenheit, der tagtägliche Gebrauch von Farbe beschäftigten Joseph Egan.
Hier liegt der Schlüssel zu «Local Color», der Ausstellung von Joseph Egan, die mit diesem Galeriebrief angezeigt wird. Stimmungen, Orte, Bilder sind Anregung und Motiv für seine Schaffensenergie.
«Bei einem schönen Gegenstand stehen alle Beziehungen selbst in Beziehung zueinander, und eben das verleiht ihm grössere Dichte.» Diese Formulierung von Claude Lévi-Strauss soll unsere Ausführungen beschliessen.
Rita McBride SOMETHING STRONGER THAN ME*
Contemporary Art Centre, Bruxelles
15. Sept. 2017 bis 7. Jan. 2018
Rita McBride Particulates
Dia: Chelsea, New York NY
17. Okt. 2017 bis 7. Juni. 2018
Sol LeWitt (1928–2007)
A Wall Drawing Retrospective
Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art
16. November 2008 – 2033
James Bishop / Richard Tuttle
9. September bis 6. November 2026
Richard Tuttle
Complete Interviews 1970–2022
Editiert und mit einem einführenden Interview von Dieter Schwarz
Glen Rubsamen
The Petrified Forest
Herausgeber: Glen Rubsamen
INSIGHT – ARTWORKS IN THE SPOTLIGHT #2 , Malereien auf Papier von James Bishop präseniert vier ausgewählte Papierarbeiten von James Bishop. Entstanden zwischen 1956 und ca. 1993, geben sie einen gültigen Einblick in ein künstlerisches Werk, das geprägt ist durch das Insistieren auf der Malerei.
Giulio Paolini A.R.S. Scaenica, Teatro Franco Parenti, Milan , permanente Installation
Giorgio Griffa Paths in the Forest, The Clark Art Institute, Williamstown (MA), bis 12. Oktober 2026
Agnes Martin Painting is not making paintings, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Rita McBride LO·CO·MO·TIV, two person show with Sophie Tottie, Lokstallet Konsthallen, Strömstad, bis 27. September 2026
Abstract Constructions, Nassos Daphnis - Rita McBride, Fondation CAB, Saint-Paul-de-Vence, FR, bis 25. Oktober 2026
Richard Tuttle | Giulio Paolini | Marisa Merz | Mario Merz
Long Story Short, Museum Brandhorst, München, bis Januar 2027
Marisa Merz La danza delle ore, Gallery of Modern and Contemporary Art (GAM), Turin; Fondazione Merz, Turin; Castello di Rivoli, Rivoli, 29. Oktober 2026 bis 4. April 2027
Fred Sandback Cuts into Spaces (group show), Hall Art Foundation, Kunstmuseum Schloss Derneburg, ongoing
Negativa, Metropol Kunstraum, München, 24. September bis 16. Dezember 2026
Richard Tuttle Almost Sky, mit Jun Aoki, Tokyo Opera City Art Gallery, Tokyo, 18. Juli bis 23. September 2026
Half-Light, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Sol LeWitt (1928–2007)
Open Structure, Amoreacific Museum of Art, Seoul, bis 28. Februar 2027
A Wall Drawing Retrospective, Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art, 16. November 2008 – 2033