«One point I should make is that throughout the work, I’ve been very much an intuitive artist, I have followed intuitive feelings or hunches. And, in some cases, I do not have a clearly rational justification for the decisions I’ve made.» (Robert Mangold, Interview mit Rosalind Krauss, Artforum 1974) Entscheidungen dank und mit Intuition zu treffen bedeutet, bewusst nicht sämtliche Folgen im voraus absehen zu wollen, einen längeren oder kürzeren Weg in Kauf zu nehmen. Die Konsequenzen erster Setzungen sind Auslöser und Anstoss zur Entfaltung von Bildformulierungen, die einem Werkzyklus Kohärenz und Charakter verleihen. «Das Kunstwerk hat keine Idee, sondern es ist selbst eine Idee.» Konrad Fiedler hat schon um 1880 den Umstand schlüssig dargestellt, ohne den die Moderne nicht denkbar, oder besser sichtbar wäre. Die ‚Sichtbarkeit‘ war ihm primäres Ziel und Inhalt visueller Kunst, was durch das Oeuvre von Robert Mangold einleuchtend und überzeugend belegt wird. Mit «Ausdrucksbewegung» meint Fiedler, dass das künstlerische Schaffen Sehen und Handeln in einer besonderen Weise zusammenführt. Das gelungene Kunstwerk ist das Zeugnis und Ergebnis dieser Konstellation von Gesichtssinn, Bewusstsein und Tätigkeit, die nur der Künstler zu erbringen vermag.
Unsere Ausstellung ermöglicht einen notwendigerweise unvollständigen Einblick in frühe und frühere Phasen des reichen Lebenswerkes von Robert Mangold. Kombinationen, Schlaufen, Progress und Regress zeigen, dass dank sich selber und aus sich selber immer wieder neue Findungen resultieren, die zu neuen Werkkomplexen führen.
Eingebettet in ein stimulierendes Umfeld in den sechziger Jahren, was im nachhinein als die Gunst des historischen Augenblicks bezeichnet werden kann, ist der Beginn der künstlerischen Karriere. Aber Robert Mangold hat nie opportune Wege beschritten, sein Votum für die Malerei ist ein Votum gegen den Zeitgeist.
In die frühen Jahre fallen Unternehmungen, die bisweilen Untersuchungen gleichen, Tests am künstlerischen Gegenstand. Dessen Objektcharakter und Bezug zu fragmentierter Architektur wird aus einer sichtbaren, urbanen Wirklichkeit abgeleitet. Licht moduliert als Hell-Dunkel-Verlauf die Bildoberfläche. Auch der Veränderung der Bildwirkung durch die Veränderung der Bildgrösse wird beinahe systematisch nachgegangen. Eine formalistisch-reduktionistische Kunstauffassung interessiert Mangold wenig. «I’ve been more inclined to think about painting as a combination about surface-shape, rather than as object.» (R.M. Interview 1974) Die Verbindung von Bildfläche und Bildgestalt, nicht separierbar und trotzdem jeweils als zwei Komponenten des Bildgeschehens wirksam, ist augenfällig und für Mangold bis heute ein Leitthema. Von aussergewöhnlicher Tragweite ist die Einführung der Linie als gleichberechtigtes Element. Sie erlaubt eine Wechselbeziehung von Opposition und Balance, die die Wahrnehmung in irritierender Weise in Anspruch nimmt. Dazu tragen auch kaum sichtbare Abweichungen des Bildformats bei. Dass die Werke aus mehreren, aneinander gefügten Leinwänden bestehen können ist eine Option, auf die Mangold immer wieder zurückkommen wird.
Von Anfang an ist die Rolle der Farbe bedeutend. Sie wird vielfältig und kontrolliert eingesetzt. Bis Ende der siebziger Jahre ist die Farbigkeit zurückhaltend, opak und der Farbauftrag hinterlässt keine Spuren. Dann erweitert sich das Spektrum. Die Form des Bildchassis wird variiert und die Farbe, immer mit dem Roller aufgetragen, gerät beinahe dramatisch in Bewegung.
Schliesslich dominiert ein transparenter Farbauftrag in mehreren Schichten, der Farbveränderungen während des Malvorgangs zulässt. Letzterer bleibt für die Werkpräsenz unabdingbar.

Installation view Raum 4

Installation view Raum 4

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 3

Installation view Raum 3

Installation view Raum 4

Installation view Raum 4

Installation view Raum 4

Installation view Raum 4

Installation view Raum 4

Sketch for Pink Area
1965
24.4 x 24.4 cm
9.625 x 9.625 "
Paint on aluminim with plywood back

Manila Area
1966
122 x 122 cm / 48 x 48 "
oil and pencil on masonite

Curved Area (15 Variations)
1968
35.5 x 21.5 cm
Bleistift auf gelbem Papier

Distorted Ellipse / Rectangle
1972
38.3 x 45.5 cm
acrylic and pencil on paper

Untitled
1991
21.7 x 16.5 cm
ink and crayon on paper

Untitled
1990
21.6 x 28 cm
ink and crayon on paper

Untitled
1989
21.6 x 28 cm
ink and crayon on paper

Untitled
1987
16 x 22.5 cm
ink and crayon on paper

Untitled
1990
16.9 x 12 cm
ink and crayon on paper

Untitled
1989
21.6 x 28 cm
ink and crayon on paper

Untitled
(for Annemarie Verna Gallery)
1981
27.8 x 34.7 cm
pencil and ballpoint pen on paper

Untitled
1983
28 x 35.6 cm
ink and crayon on paper

Untitled
1983
28 x 35.6 cm
ink and crayon on paper

88“ X Perimeter Series
1969
three sheets, each
76 x 55.6 cm
pencil on paper

88" X Perimeter Series
1969
three sheets, each
76 x 55.6 cm
pencil on paper

Four Color Frame Painting #17
1985
111.76 x 78.74 cm / 44 x 31 "
Acrylic and black pencil on paper

Plane/Figure
1992
105.4 x 148.6 cm / 41.5 x 58.5 "
graphite on paper

Portfolio of 7 aquatints
1973
68.4 x 56.3 cm / 36 x 36.75 "
aquatint
Ed. 21/50; #1

Portfolio of 7 aquatints
1973
68.4 x 56.3 cm / 36 x 36.75 "
aquatint
Ed. 21/50; #2

Portfolio of 7 aquatints
1973
68.4 x 56.3 cm / 36 x 36.75 "
aquatint
Ed. 21/50; #3

Portfolio of 7 aquatints
1973
68.4 x 56.3 cm / 36 x 36.75 "
aquatint
Ed. 21/50; #5

Portfolio of 7 aquatints
1973
68.4 x 56.3 cm / 36 x 36.75 "
aquatint
Ed. 21/50; #6

Portfolio of 7 aquatints
1973
68.4 x 56.3 cm / 36 x 36.75 "
aquatint
Ed. 21/50; #7

Attic Series XVI, Study
1991
121.9 x 121.9 cm / 48 x 48 "
acrylic and black pencil on canvas

Two Triangles Within a Square #3
1975
122 x 122 cm / 48 x 48 "
acrylic, graphite and wax crayon on canvas

Distorted Square / Circle II
1973
91 x 92 cm / 36 x 36.75 "
acrylic and pencil on canvas

Distorted circle within a yellow square
1972
35.6 x 28 cm / 14 x 11 "
acrylic on paper

Distorted circle within a orange square
1972
35.6 x 28 cm / 14 x 11 "
acrylic on paper

Distorted circle within a green square
1972
35.6 x 28 cm / 14 x 11 "
acrylic on paper
Ree Morton
Selected Works 1968 – 1972
21. Juni bis 10. Juli 2010
Glen Rubsamen
Take All The Time You Need
Verlag für moderne Kunst Nürnberg
Rita McBride «Previously», Kunstmuseum Winterthur,
13. Juni – 5. September 2010
«Che Fare?» Arte povera, Kunstmuseum Liechtenstein,
Vaduz, 7. Mai – 5. September 2010
Art 41 Basel, 16. – 20. Juni 2010, unsere Galerie finden Sie in:
Halle 2.0, Stand E5
Art Unlimited: Glen Rubsamen «Fever Dreams»
16. November 2008 – 2033
Sol LeWitt –
A Wall Drawing Retrospective
Yale University Art Gallery und Williams College Museum of Art