James Bishop gehört zu einer kleinen Gruppe von Künstlern, die sich in den intensiven 1960er Jahren ganz dezidiert für die Malerei entschieden hat. Angeregt und bestärkt durch die bedeutende Generation amerikanischer Maler der Nachkriegszeit wie Jackson Pollock, Willem de Kooning, Arshile Gorky und Franz Kline, sowie Mark Rothko, Barnett Newman, Ad Reinhardt, Clyfford Still oder Robert Motherwell, fand Bishop ab 1965 zu seiner ganz eigenen künstlerischen Form.
Dabei interessierte er sich gleichermassen für Material und Malprozess. Für Bishop, hatte Malerei mit Berührung und mit Oberflächen zu tun. Die Tätigkeit des Malens ist eine Geste, die im Körper beginnt und auf der Leinwand oder dem Papier zur Verwirklichung kommt.
Mit erdigen Farbtönen und gebrochenem Weiss, konstruierte er auf grossformatigen quadratischen Leinwänden und kleinen Papierbogen wie er selbst sagte «unsichere Gerüste» aus horizontalen, vertikalen und diagonalen Balken, die aneinanderstossen oder einander überlagern. Darüber legte er unterschiedlich dichte Farbhäute, die sich zu einem Resonanzraum verbinden, der sich zwischen Oberfläche und Bildtiefe aufspannt. Losgelöst von jeder expressiven Gestik werden Leinwand und Papier, Farbe, Fläche, Linie und Struktur zur künstlerischen Substanz. Die Malereien von James Bishop machen ihren Entstehungsprozess nachvollziehbar und oszillieren zwischen Abstraktion und der Erinnerung an Gegenständliches.
Neben seinen Wurzeln in der amerikanischen Malerei waren für Bishop die Geschichte und reiche Tradition der europäischen Malerei von Anfang an eine wichtige Referenz. 1957 reiste er erstmals nach Europa und lebte ab 1958 in Paris. Paul Cezanne, Pierre Bonnard, Edouard Vuillard, Henri Matisse und Bram van Velde boten ihm stimulierende Anregungen und setzten einen weiteren Massstab für seine eigene künstlerische Tätigkeit. 1962 brach er zu einer mehrmonatigen Reise nach Italien auf. Die Geschichte von Licht und Farbe, Werke von Piero della Francesca, Giovanni Bellini, Lorenzo Lotto und den Venezianern des 16. Jahrhunderts wollte er aus eigener Anschauung erleben.
In James Bishops Leben und Oeuvre verbinden sich so grosse Erkenntnisse und Errungenschaften in Kunst und Kultur die Zeit und Orte überspannen. Mit seinem konzentrierten Instrumentarium leistete er seit den 1960er Jahren einen wichtigen Beitrag zur Erneuerung der Malerei und bezeugt, wie seine Zeitgenossen Robert Mangold, Brice Marden, Agnes Martin oder Robert Ryman, deren ungebrochene Relevanz.
1976 fand die erste von 10 Einzelausstellungen in der Galerie Annemarie Verna statt, der Start einer 45-jährigen intensiven Zusammenarbeit und Freundschaft.

Installation view Raum 4

Installation view Raum 1

Installation view Raum 2

Installation view Raum 2

Installation view Raum 3

Installation view Raum 3

Installation view Raum 4

Installation Showcase

Installation Showcase

Installation Showcase

Installation Showcase

James Bishop
Untitled
1971
55.5 x 55.5 cm
oil and crayon on paper

James Bishop
Untitled
1967
195.6 x 195.6 cm
oil on canvas

James Bishop
Untitled
1967
195.6 x 195.6 cm
oil on canvas

James Bishop
Untitled
ca. 1970
55.5 x 55.5 cm
oil and crayon on paper

James Bishop
Untitled
1973
55.5 cm x 55.5 cm
oil and crayon on paper

James Bishop
Untitled
ca. 1970
55.5 x 55.5 cm
oil and crayon on paper

James Bishop
Untitled
1982
20 x 26.8 cm
oil and pencil on paper

James Bishop
Untitled
2010
19 x 21.3 cm
gouache on paper

James Bishop
Untitled
1993
22.5 x 30.5 cm
oil on paper

James Bishop
Untitled
2004
16.8 x 17.6 cm
oil on paper

James Bishop
Untitled
n.d.
20.5 x 20.5 cm
oil and crayon on paper

James Bishop
Untitled
1978
193.5 x 193.5 cm
oil on canvas

James Bishop
Untitled
1978
193.5 x 193.5 cm
oil on canvas

James Bishop
Untitled
1976
194 x 194 cm
oil on canvas

James Bishop
Untitled
1976
194 x 194 cm
oil on canvas
James Bishop
Paintings and Paintings on Paper
16. April bis 19. Juni 2026
Richard Tuttle
Complete Interviews 1970–2022
Editiert und mit einem einführenden Interview von Dieter Schwarz
Glen Rubsamen
The Petrified Forest
Herausgeber: Glen Rubsamen
INSIGHT – ARTWORKS IN THE SPOTLIGHT #2 , Malereien auf Papier von James Bishop präseniert vier ausgewählte Papierarbeiten von James Bishop. Entstanden zwischen 1956 und ca. 1993, geben sie einen gültigen Einblick in ein künstlerisches Werk, das geprägt ist durch das Insistieren auf der Malerei.
Antonio Calderara Riti di passaggio. Dalla figurazione all'arte concreta, Fondazione Marcello Morandini, Varese, bis 26. April 2026
Donald Judd, Judd|Marfa, The Watari Museum of Contemporary Art, Tokyo, bis 7. Juni 2026
Rita McBride, Five Centuries of Works on Paper: The Grunwald Centre at 70, Hammer Museum, Los Angeles, bis 17. Mai 2026
Abstract Constructions, Nassos Daphnis - Rita McBride, Fondation CAB, Saint-Paul-de-Vence, FR, bis 25. Oktober 2026
Richard Tuttle | Giulio Paolini | Marisa Merz | Mario Merz
Long Story Short, Museum Brandhorst, München, bis Januar 2027
Fred Sandback Cuts into Spaces (group show), Hall Art Foundation, Kunstmuseum Schloss Derneburg, ongoing
Sculpture, Chinati Foundation, Marfa, 12. Oktober 2025 bis Juli 2026
Sol LeWitt (1928–2007)
A Wall Drawing Retrospective
Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art
16. November 2008 – 2033