Rita McBride – Servants and Slaves
Der markante Ausstellungstitel setzt die Reihe der Überschriften fort, welche die Werkpräsentationen der Künstlerin jeweils benennen und selbstbewusst voneinander abgrenzen: «Aloof and Incidental» (Mai 36 und Verna Galerie, 1999), «472 New Positions» (De Pont Foundation, Tilburg NL, 2001), «Naked Came The Stranger» (Kunstmuseum Liechtenstein, 2002).
Rita McBride bespielt die Ausstellungsorte. Das Ereignis ist einmalig und unwiederholbar. Die Werke sind dabei die Akteure, übermitteln Fremdheit und Vertrautheit gleichermassen. Sie sind identifizierbar, denn sie gleichen ihren Verwandten im wirklichen Leben, jedenfalls durch die begriffliche Brille betrachtet. Es sind aber gewichtige Abweichungen offensichtlich. Im Gegensatz zu den Namensvettern verweigern sie die Ausübung jeglicher Funktion. Dies ist umso drastischer, als ja Funktionalität sie zu legitimieren scheint. Bezeichnung und Bezeichnetes gehen deutlich verschiedene Wege. Eine nominalistische Pointe sozusagen. Aber auch weit mehr, nämlich eine äusserst fruchtbare Komplikation, die kritische Reflektion und Interpretation erst auslöst. Dank dieser Dissoziation werden Eigenwert und Spiegelbildlichkeit der Skulpturen als starke Metaphern wahrnehmbar. Status und Verfügungsmacht des Künstlers, des Werkes und des Kunstraumes werden eingesetzt und zur Disposition gestellt.
Rita McBride, geboren 1960 in Des Moines, Iowa, arbeitet als Plastikerin und nimmt auch Lehraufträge wahr. Sie setzt Material, Form und Volumen ein und versucht, ihre Erfahrungen zu vermitteln. Material und Oberflächen ihrer Objekte sind Ausdruck von Annäherung oder Verfremdung. In gleicher Weise nutzt sie die Massstäblichkeit und den Modellcharakter ihrer Arbeiten. Diese simulieren Gleichartigkeit oder entziehen sich durch Reduktion.
Rita McBrides kritisches Interesse gilt der Architektur, der Raumplanung und der Formgestaltung des Modernismus. Den Idealismus der künstlerischen und politischen Ansprüche dieses wegweisenden Projektes vermag sie nur noch als pervertierten Nachgeschmack auszumachen. Ein tragisches und komisches Scheitern, das paradoxerweise Entlastung anbietet und Offenheit möglich macht. Die Institution Kunst ist zwar eine unwahrscheinliche Option in einer instrumentalisierten Lebenswelt, doch erscheint sie erneut nutzbar als glaubwürdige und sinnvolle gesellschaftliche Instanz.
Seit 1999 wird Rita McBride von den Galerien Mai 36 und Annemarie Verna gemeinsam vertreten. Dies ermöglicht es, in einer ungewöhnlich dichten Ausstellungsreihe das Werk einer herausragenden Künstlerin in seinen komplexen Facetten zugänglich zu machen.
Glen Rubsamen ist mit einer wichtigen Werkgruppe in der Kunsthalle de Vleeshal im Rahmen einer Malerei-Ausstellung vertreten.
8. September bis 10. November 2002, de Vleeshal, Middelburg, NL
Rita McBride «Croissance générale», 10. September bis 15. Oktober, 2002
Institut d'art contemporain, Villeurbanne, F
Joseph Egan «Colours in the world», Müllheim, Markgräfler Museum,
15. September bis 27. Oktober 2002
Sonntag, 20. Oktober um 16.00 Uhr: Kunstgespräch in der Ausstellung mit Sibylle Omlin, Siegmar Gassert und Joseph Egan.
Rita McBride «Croissance Générale / General Growth», Institut d'art contemporain, IAC, Villeurbanne, Lyon, Frankreich, 20. September 2002 bis 5. Januar 2003
Neue Publikation: «Naked Came The Stranger», 2002, zur Ausstellung im Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz. 2 Bände englisch/deutsch, CHF 50.--
James Bishop / Richard Tuttle
9. September bis 6. November 2026
Richard Tuttle
Complete Interviews 1970–2022
Editiert und mit einem einführenden Interview von Dieter Schwarz
Glen Rubsamen
The Petrified Forest
Herausgeber: Glen Rubsamen
INSIGHT – ARTWORKS IN THE SPOTLIGHT #2 , Malereien auf Papier von James Bishop präseniert vier ausgewählte Papierarbeiten von James Bishop. Entstanden zwischen 1956 und ca. 1993, geben sie einen gültigen Einblick in ein künstlerisches Werk, das geprägt ist durch das Insistieren auf der Malerei.
Giulio Paolini A.R.S. Scaenica, Teatro Franco Parenti, Milan , permanente Installation
Giorgio Griffa Paths in the Forest, The Clark Art Institute, Williamstown (MA), bis 12. Oktober 2026
Agnes Martin Painting is not making paintings, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Rita McBride LO·CO·MO·TIV, two person show with Sophie Tottie, Lokstallet Konsthallen, Strömstad, bis 27. September 2026
Abstract Constructions, Nassos Daphnis - Rita McBride, Fondation CAB, Saint-Paul-de-Vence, FR, bis 25. Oktober 2026
Richard Tuttle | Giulio Paolini | Marisa Merz | Mario Merz
Long Story Short, Museum Brandhorst, München, bis Januar 2027
Marisa Merz La danza delle ore, Gallery of Modern and Contemporary Art (GAM), Turin; Fondazione Merz, Turin; Castello di Rivoli, Rivoli, 29. Oktober 2026 bis 4. April 2027
Fred Sandback Cuts into Spaces (group show), Hall Art Foundation, Kunstmuseum Schloss Derneburg, ongoing
Negativa, Metropol Kunstraum, München, 24. September bis 16. Dezember 2026
Richard Tuttle Almost Sky, mit Jun Aoki, Tokyo Opera City Art Gallery, Tokyo, 18. Juli bis 23. September 2026
Half-Light, Dia:Beacon, Dia Art Foundation, Beacon, long-term view
Sol LeWitt (1928–2007)
Open Structure, Amoreacific Museum of Art, Seoul, bis 28. Februar 2027
A Wall Drawing Retrospective, Yale University Art Gallery and Williams College Museum of Art, 16. November 2008 – 2033